Tagesrapport richtig schreiben – Beispiel und Checkliste
Ein Rapport ist kein Papierkram – er ist die Rechnung von morgen. Was nicht im Rapport steht, wird nicht bezahlt. Und was unklar drinsteht, wird diskutiert. So schreibst du einen Rapport, der beides verhindert.
Warum ein guter Rapport bares Geld wert ist
Bei Regiearbeit und Nachträgen ist der Rapport das einzige Dokument, das belegt, was du geleistet hast. Drei typische Verluste, die alle dieselbe Ursache haben:
- Material wird verbaut, aber nicht erfasst – und damit nicht verrechnet.
- Zusatzarbeiten werden auf Zuruf ausgeführt und nie schriftlich festgehalten. Am Ende steht Aussage gegen Aussage.
- Der Rapport wird nicht unterschrieben. Der Kunde bestreitet den Umfang – und du hast nichts in der Hand.
Diese Angaben gehören in jeden Rapport
- Kunde, Projekt und Baustelle eindeutig benannt
- Datum und Arbeitszeit je Mitarbeitendem (von–bis, nicht nur eine Summe)
- Ausgeführte Arbeiten – konkret, nicht „diverse Arbeiten“
- Verbautes Material mit Menge
- Eingesetzte Maschinen, sofern verrechnet
- Regie oder Auftrag? Kennzeichne, was ausserhalb des Leistungsverzeichnisses lief
- Fotos bei allem, was später bestritten werden könnte
- Unterschrift des Kunden
„Diverse Arbeiten, 8 h“ ist kein Rapport. Das ist eine Einladung zur Diskussion.
Beispiel-Rapport
Projekt: Sanierung Bad, Familie Berger, Kantonsstrasse 12, Kriens
Datum: 14.07.2026
Mitarbeitende: M. Kaufmann 07:15–12:00 / 12:45–16:30 (8,5 h); L. Brunner 07:15–12:00 (4,75 h)
Arbeiten (Auftrag): Demontage Altbestand Waschtisch und WC, Entsorgung. Vorbereitung Leitungsführung Kaltwasser.
Arbeiten (Regie): Auf Wunsch des Kunden zusätzlich Abfluss Dusche freigelegt und Verstopfung entfernt (1,5 h, M. Kaufmann). Angeordnet durch Herrn Berger am 14.07., 09:30.
Material: 2 m Abflussrohr DN50, 1 Dichtungsset
Fotos: 3 (Altbestand, freigelegter Abfluss, Zustand nach Reinigung)
Unterschrift Kunde: ✓
Die Regiearbeit ist getrennt ausgewiesen, mit Auftraggeber, Uhrzeit und Foto. Diese Position wird nicht diskutiert.
Vom Kunden unterschreiben lassen – warum das entscheidend ist
Die Unterschrift verwandelt eine Behauptung in eine Bestätigung. Sie muss vor Ort passieren, solange der Kunde die Arbeit noch sieht. Ein Rapport, den du drei Wochen später per Mail nachschickst, wird gerne mal „so nie besprochen“.
Digital geht das in Sekunden: Der Kunde unterschreibt auf dem Display, der Rapport geht sofort als PDF raus. Genau so funktionieren die Rapporte in noovi. Bei Abnahmen greifst du zum passenden Pendant, dem Abnahmeprotokoll.
Papier vs. digital
- Papier: billig, aber der Rapport liegt zwei Tage im Fahrzeug, wird abends abgetippt und ist bei Regen unbrauchbar.
- Digital: Rapport entsteht vor Ort mit Fotos und Unterschrift, ist sofort im Büro, und die erfassten Zeiten und Materialien fliessen direkt in die Rechnungsstellung – ohne Doppelerfassung.
Regie sauber abgrenzen – der Punkt, an dem das Geld verloren geht
Regiearbeit ist alles, was ausserhalb des vereinbarten Leistungsumfangs anfällt und nach Aufwand abgerechnet wird. Genau hier entstehen die meisten Ausfälle, weil der Ablauf typischerweise so läuft: Der Kunde fragt „Könnt ihr grad noch schnell …?“, der Mitarbeitende macht es, und niemand schreibt es auf.
Was hilft, ist eine simple Regel im Betrieb: Jede Zusatzarbeit wird auf dem Rapport als Regie markiert – mit Auftraggeber und Uhrzeit – bevor sie ausgeführt wird. Das dauert 20 Sekunden und ist der Unterschied zwischen verrechnen und schenken.
- Wer hat es angeordnet? (Name, nicht „der Kunde“)
- Wann? (Datum und Uhrzeit)
- Was genau? (konkrete Leistung, nicht „Zusatzarbeiten“)
- Wurde der Kunde auf die Kostenfolge hingewiesen?
Die fünf häufigsten Rapport-Fehler
- Sammelrapporte. Eine Woche auf einem Blatt. Niemand kann nachvollziehen, was an welchem Tag lief.
- Nur Stundensummen. „8 h“ ohne von–bis. Bei einer Kontrolle der Arbeitszeiterfassung ist das zusätzlich ein Problem.
- Material vergessen. Kleinmaterial wird als „eh im Preis drin“ abgetan – und summiert sich über das Jahr zu einem vierstelligen Betrag.
- Keine Fotos. Der Zustand vor der Arbeit ist später niemandes Erinnerung mehr.
- Rapport erst im Büro. Aus dem Gedächtnis geschrieben, ohne Unterschrift – rechtlich fast wertlos.
Häufige Fragen
Muss der Kunde den Rapport unterschreiben?
Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Vertraglich ist die Unterschrift aber oft vereinbart – und beweisrechtlich ist sie Gold wert. Unterschreibt der Kunde nicht, halte das mit Datum und Grund fest.
Wie detailliert muss die Arbeit beschrieben sein?
So detailliert, dass eine unbeteiligte Person den Aufwand nachvollziehen kann. Positionen aus dem Leistungsverzeichnis referenzieren, Regiearbeit separat ausweisen.
Was, wenn ich etwas vergessen habe?
Nachtragen ist besser als nichts – aber kennzeichne den Zeitpunkt der Ergänzung. Nachträgliche Änderungen ohne Kennzeichnung beschädigen die Glaubwürdigkeit des gesamten Rapports.